Linguistik ist die Wissenschaft der Sprache als System. Dass das Lesen nicht nur durch lesen sondern auch durch die Auseinandersetzung mit der Sprache und dem Sprachsystem gefördert werden kann, ist einer der aktuellsten Ansätze in der Lese- und Spracherwerbsforschung. Diesen Ansatz verfolgen wir aus Überzeugung.

Die Bedeutung der Linguistik für das Lesens

Kompetente Leserinnen und Leser verfügen über einen Automatismus, der es ihnen ermöglicht, viele Wörter als Ganzes zu erkennen. Auf diesen sogenannten Sichtwortschatz können sie jederzeit zugreifen, ohne dass sie es bewusst tun. Schwache Leserinnen und Leser hingegen sind darauf angewiesen, Wörter Buchstabe für Buchstabe zu entschlüsseln. Die Herstellung einer Verbindung zwischen gesprochenem und geschriebenem Wort gelingt schwachen Lesenden also nur über Umwege. 


Unserer Ansicht nach ist es also sinnvoll und notwendig, die Förderung bereits auf den untersten Ebenen der Wortbildung einzusetzen, um Defizite in der Lesekompetenz zu verhindern bzw. auszugleichen. Aus diesem Grund scheint uns die Hinzuziehung linguistischer Ansätze zum (Schrift-)Spracherwerb und deren Verbindung zur Lesedidaktik nur sinnvoll. 


Die Hinzuziehung linguistischer Phänomene, wie bspw. der Verbindungsherstellung zwischen gesprochenem und geschriebenem Wort, kann den Leseprozess nachhaltig beeinflussen. Wir beziehen also das Morphemlesen, das syntaktische Lesen und die Identifikation von Makropropositionen und Superstrukturen genauso in den Förderprozess mit ein wie Segmente, Buchstaben, Silben sowie Silbenkonstituenten und deren Nutzen und Beitrag für die Leseflüssigkeit und somit die Leseleistung als Ganzes.


In den Nachweisen finden Sie wissenschaftliche Belege für die hier aufgestellten Thesen.

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